| HOMÖOPATHIE HEUTE |
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Status des homöopathischen Arzneimittels und gesetzliche Bestimmungen für die Homöopathie
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Jedes Jahr verleihen neue Länder den homöopathischen
Mitteln einen offiziellen Status. Überblick über
die weltweit geltenden Vorschriften.
Die Europäische Union erkennt die Homöopathie
an
In Europa stellt die Harmonisierung
der Gesetzgebung zu homöopathischen Arzneimitteln einen
Wendepunkt dar: mit ihr werden die homöopathischen Arzneimittel
in allen EU-Mitgliedstaaten offiziell anerkannt.
Die erste Arzneimittelrichtlinie der Europäischen Union
stammt aus 1965, der Status
homöopathischer Arzneimittel wurde 1992
offiziell anerkannt, und zwar mit der Annahme zweier
Richtlinien zu homöopathischen Arzneimittel für
den human- und veterinärmedizinischen Gebrauch.
Diese Anerkennung auf gemeinschaftlicher Ebene zeugt von
der Integration homöopathischer
Arzneimittel in die Welt der Medizin und Pharmazie auf europäischer
Ebene.
Ein Medikament wie jedes andere
Seit Inkrafttreten dieser beiden Richtlinien gibt es spezifische
Bestimmungen für die Registrierung
homöopathischer Arzneimittel. Hinsichtlich der guten
Herstellungspraxis, der Kontrolle
und der Stabilitätsuntersuchungen
gelten die gleichen Bestimmungen wie für andere Medikamente
:
• Aus den
Unterlagen zur Chemie, Pharmakologie
und Biologie geht die homöopathische
Qualität des Medikaments auf der Grundlage der gleichen
Vorschriften wie für andere Arzneimittel hervor.
• Die Unschädlichkeit,
die Rechtfertigung des homöopathischen Gebrauches
und der therapeutischen Indikationen
basieren auf der Bibliographie, den homöopathischen medizinischen
Stoffen und den klinischen Daten.
Welche konkreten Auswirkungen gibt es
für die Mitgliedstaaten?
Aufgabe der europäischen Richtlinien zu homöopathischen
Arzneimitteln ist die Harmonisierung der Vorschriften und
die Zulassung des freien Verkehrs
von homöopathischen Arzneimitteln in den Ländern
der Union.
Die meisten Staaten, u. A. Frankreich, haben diese bereits
in nationales Recht umgesetzt.
Gegenseitige Anerkennung
Die pharmazeutische Gesetzgebung in Europa ist 2004 novelliert
worden: in Zukunft findet das Verfahren gegenseitiger Anerkennung,
im Rahmen dessen ein Mitgliedstaat ein Arzneimittel anerkennen
kann, sobald dieses in einem anderen
Mitgliedstaat registriert worden ist, auch auf generische
homöopathische Arzneimittel Anwendung.
Überblick über den weltweiten
Status der Homöopathie
Mehr als 100 000 Ärzte in über
80 Ländern der Welt setzen homöopathische Mittel
ein. In Nordamerika verbreitet sich die Homöopathie immer
mehr, weltweit setzt sie sich immer weiter durch. Derzeit
erkennen die Gesundheitssysteme vieler Länder homöopathische
Arzneimittel an.
Ein Regelwerk wird eingerichtet
In den Vereinigten Staaten
erkennt die FDA (Food and Drug Administration) seit 1938 die
amerikanische homöopathische Pharmakopöe (HPUS)
an. Als offizielles Referenzorgan auf diesem Gebiet ermöglicht
sie die Registrierung homöopathischer Ursubstanzen. Um
auf dem amerikanischen Markt in Verkehr gebracht werden zu
können, müssen homöopathische Arzneimittel
den von der FDA 1998 festgelegten Voraussetzungen entsprechen.
Das Institut für alternative und ergänzende Therapien
des NIH (National Institute of Health) verbreitet bei Patienten
und der Ärztegemeinschaft Informationen zu wissenschaftlichen
Bewertungen homöopathischer Arzneimittel.
In Kanada hat sich das Regelwerk
zu homöopathischen Arzneimitteln seit 2003 weiter entwickelt.
Jedes Arzneimittel erhält eine Registrierungsnummer (DIN-HM)
und wird seit dem 1. Januar 2004 in die Kategorie der Naturerzeugnisse
für die Gesundheit eingetragen.
In Brasilien stellt die
Homöopathie einen seit 1980 vom Conselho Federal de Medecina
anerkannten Spezialbereich der Medizin dar.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten
hat das Gesundheitsministerium im Jahr 2001 ein Regelwerk
zur Homöopathie erlassen, das seinen Einfluss in mehreren
Ländern der Region geltend macht.
In Indien verschreiben mehr
als 250 000 Homöopathen und 75 000 medizinische Hilfskräfte
homöopathische Mittel. Dieses Spezialgebiet ist, parallel
zur westlichen Medizin und den beiden traditionellen indischen
Medizinsystemen, Ayurveda und Unani, Teil des nationalen indischen
Gesundheitssystems.
Weltweit anerkannte Pharmakopöen
Sofern sie über keine spezifische homöopathische
Pharmakopöe verfügen, erkennen viele Staaten die
französische, deutsche (HAB), amerikanische (HPUS) und
europäische Pharmakopöe an.
Dies gilt zum Beispiel für Australien,
Tunesien, Marokko,
den Libanon, die Ukraine...
Auch Russland erkennt parallel
zur eigenen diese Pharmakopöen an.
Kosten und Kostenerstattung
Im Zentrum der Diskussionen um die Kostenbeherrschung
im Gesundheitssektor werden verschiedene Fragen um die Kostenerstattung
für homöopathische Arzneimittel aufgeworfen.
Innerhalb der Europäischen
Union variieren die Arzneimittelpreise und Erstattungssätze
aufgrund unterschiedlicher nationaler Politiklinien stark
von einem Mitgliedstaat zum anderen. In diesem Bereich gilt
noch das Subsidiaritätsprinzip
: die Beschlüsse der Mitgliedstaaten haben Vorrang gegenüber
denen der Union.
In Frankreich werden homöopathische
Arzneimittel zu 35 % erstattet.
Aufgrund des seit Mai 1988 geltenden Preisstopps liegt der
öffentliche Durchschnittspreis homöopathischer erstattungsfähiger
Arzneimittel um das Fünffache
unter dem anderer erstattungsfähiger Arzneimittel
(1,86€ gegenüber 9,33€ ),
Trotzdem ist seit Januar 2004 der
Prozentsatz der Erstattung homöopathischer Arzneimittel
von 65 auf 35 % gesunken, der Differenzbetrag ist von
den Zusatzversicherungen zu übernehmen.
Während also die erstattungsfähigen homöopathischen
Arzneimittel 7 % der in Frankreich verkauften Einheiten entsprechen,
machen sie nur 0,4 % der Erstattungssumme
aus.
Ein „Fortschrittsvertrag für
die Homöopathie“
Aufgrund dieses Beschlusses haben fast eine
Million Patienten und Fachkräfte im Gesundheitswesen
sich mobilisiert und die Aufhebung des Projektes beantragt.
Zusammen mit anderen Akteuren im Bereich der Homöopathie
setzt Boiron sein Engagement fort und hat der öffentlichen
Hand einen „Vertrag für den Fortschritt der Homöopathie“
vorgeschlagen und beantragt, dass
• Anerkannt
wird, dass die Homöopathie
eine der Ressourcen der Medizin darstellt und ihre
Besonderheit zu berücksichtigen ist, ohne dass sie den
anderen Therapiezweigen gegenüber zu bevorzugen oder
benachteiligen ist.
• Einer
Erstattung in Höhe von 65 % für gewisse homöopathische
Arzneimittel zugestimmt wird,
die individuell oder kollektiv in klinischen oder medizinisch-wirtschaftlichen
Studien beurteilt worden sind.
• Die
Verordnung homöopathischer Arzneimittel im
Krankenhaus zugelassen wird.
• Homöopathische
Forschung durch Neubeurteilung der seit 1988 eingefrorenen
Arzneimittelpreise gefördert
wird.
Wie werden Preis und Kostenerstattungssatz
festgelegt ?
Innerhalb der Europäischen
Union haben gemäß Subsidiaritätsprinzip
die Beschlüsse der Mitgliedstaaten zu Preisen und Kostenerstattung
denen der Union gegenüber Vorrang.
In Frankreich können
homöopathische Arzneimittel seit 1945 von der Krankenversicherung
erstattet werden.
Aufgrund des seit Mai 1988 geltenden Preisstopps liegt der
öffentliche Durchschnittspreis homöopathischer erstattungsfähiger
Arzneimittel um das Fünffache
unter dem anderer erstattungsfähiger Arzneimittel.
Trotzdem ist seit Januar 2004 der
Prozentsatz der Erstattung homöopathischer Arzneimittel
von 65 auf 35% gesunken, der Differenzbetrag ist von
den Zusatzversicherungen zu übernehmen.
Eine schrittweise weltweite offizielle Anerkennung
Source : OMHI 2003
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